PRESSEMELDUNG DER BÜRGERSTIFTUNG DRESDEN

Bürgerstiftung Dresden ehrt den Stifter Johann George Ehrlich mit Gedenktafel

Einladung zur Einweihung am Dienstag, 24. April 2012, 11.00 Uhr Blochmannstraße 2 (ehemaliges Gebäude der Musikhochschule, Nähe Straßburger Platz)

Ehemalige Schüler des Ehrlichschen Gestifts aus ganz Deutschland kommen zur Einweihung. Die Herrschaften sind mehrheitlich schon über 80, aber eng mit Dresden verbunden. Einige nehmen eine weite Reise auf sich zu ihrer ehemaligen Schule, der evangelischen Oberschule „Ehrlichsches Gestift“. 15 Schüler einer besonderen Dresdner Bildungsanstalt, die 1936 durch die Nazis aufgelöst wurde, treffen sich auf dem früheren Schulgelände an der Blochmannstraße, um eine Gedenktafel, die die Bürgerstiftung Dresden zu Ehren des Schulstifters anfertigen ließ, einzuweihen.

Die Bläser um Dietrich Buschbeck haben aus diesem Anlass sogar das alte Schullied ausgegraben. Prof. Dr. Albrecht Scholz gibt eine Einführung zum Leben und Wirken des Stifters in Dresden.

Der Kaufmann Johann George Ehrlich (1677 – 1743) war eine herausragende Dresdner Stifterpersönlichkeit. Durch eine Eisenwarenhandlung, einen Weinberg und als Pächter der Ratswaage und des Ratskellers kam er zu beträchtlichem Vermögen. So erfolgreich er als Kaufmann war, so hart trafen ihn persönliche Schicksalsschläge. Vier Ehefrauen und 13 seiner insgesamt 14 Kinder musste er vor seinem eigenen Tod 1743 zu Grabe tragen.

Für ihn war es keine Frage, dass er als reicher Dresdner Bürger Verantwortung für seine Mitmenschen übernahm. Er errichtete 1742 mit einem beträchtlichen Geldbetrag die Ehrlich`sche Schul- und Armenstiftung. In der Nähe des Wettiner Platzes baute sie ein Schulhaus und Wohnungen für 100 Kinder. Außerdem verfügte der Stifter Ehrlich, dass weiteren armen Kindern und 100 bedürftigen Bürgern aus Dresden, einmal wöchentlich eine christliche Andacht und eine Mahlzeit ermöglicht werden sollte. Zum Unterhalt der Schüler, Lehrer und „Hausarmen“ kaufte er in der Pirnaischen Vorstadt Ländereien mit einem Vorwerk. So entstand das „Armen-Schulgut“, an das die heutige Schulgutstraße noch erinnert.

Ab 1880 errichtete man dort vier neue Gebäude und die Stiftskirche. Das „neue“ Erziehungshaus, entworfen von Stadtbaurat Hans Erlwein, wurde 1912 eingeweiht und überstand als einziges die Bombardements des 13. Februar 1945. Die Ruinen der anderen Gebäude und der Stiftskirche wurden 1951 abgerissen. Zur Stiftung gehörten weiterhin ein Erholungsheim in Dresden-Bühlau, eine Sozialkasse für Bedürftige und ein Kindergärtnerinnenseminar.

Bürgerstiftung erinnert an die großen Dresdner Stiftungstraditionen

Mit dem Anbringen von Gedenktafeln an Gebäuden, die mit Stiftern oder Stiftungen in Verbindung stehen, will sie gleichzeitig Dresdner Bürger ermutigen, durch eigenes Stiften Gutes für Dresden zu tun. Nach Willibald Königsheim (Waldparkstiftung) und dem Unternehmer Franz Ludwig Gehe, der eine bedeutende Bibliotheks- und Ausbildungsstiftung gründete, Friedrich Anton Serre (Schillerstiftung), Hermann Ilgen (Förderung von Kultur und Sport), Georg und Heinrich Arnhold, Justus Friedrich Güntz (Soziale und kulturelle Einrichtung und Verschönerung der Stadt) wird nun an das Lebenswerk von Johann George Ehrlich erinnert.

Die Mittel für die Gedenktafel kommen aus den Erträgen des Fonds zur Förderung des Stiftungswesens der Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft RHE–EL.

Eine Schrift mit weiteren Informationen über Johann George Ehrlich ist bei der Bürgerstiftung Dresden telefonisch (315810), schriftlich (Barteldesplatz 2, 01309 Dresden) oder per Mail (info@buergerstiftung-dresden.de) kostenlos erhältlich.

 

24.04.2012 11:00 Alter: 6 Jahre