PRESSEMELDUNG DER BÜRGERSTIFTUNG DRESDEN

Feierliche Einsetzung des Schlusssteines im westlichen Fensterbogen der Neuen Busmannkapelle

Fördergesellschaft und Bürgerstiftung Dresden laden ein zum Fototermin mit den Steinmetzen der Firma Fuchs & Giercke am Donnerstag, 26. April 2012, um 14.30 Uhr auf der Baustelle am Postplatz

Prof. Gerhard Glaser, ehemaliger Sächsischer Landeskonservator und jetziger Beauftragter der Bürgerstiftung für den Bau der Busmannkapelle, wird über die stattgefundenen Arbeiten sprechen und die Art der Einbringung der Formsteine, die aus der Zeit der Errichtung der Busmannkapelle um 1400 stammen, erläutern und begründen.

Die Busmannkapelle steht für die vielschichtige Geschichte der Sophienkirche, deren Rolle als Klosterkirche, als Kirche der göttlichen Weisheit (sofia), als Evangelische Hofkirche, Predigt- und Begräbniskirche, Domkirche ab 1926, Kirche der Auseinandersetzung zwischen "Bekennenden Christen" und "Deutschen Christen" nach 1933, Konzertkirche bis 1945 und Objekt des Kulturkampfes der SED gegen Kirche und Bürgertum. Sie steht schließlich aber für den Missbrauch der Macht in der DDR-Zeit, als nach mehrfacher Einflussnahme der Staatspartei SED und ihres Generalsekretärs Ulbricht der Abriss dieses baugeschichtlichen Kleinods durchgesetzt und in barbarischer Weise vollzogen wurde: "Die Totenschädel schaden unseren Baggern nicht".

Die Formsteine der Fenstergewände der Busmannkapelle wurden beim Abriss der Sophienkirche 1962/63 auf Veranlassung der Denkmalpfleger Prof. Rudolf Ziesler und Prof. Heinrich Magirius, die damals junge Leute waren, geborgen. Die originalen Formsteine hat die Fördergesellschaft zur Adoption bezüglich des Einbaus ausgeschrieben und vergibt dafür Stifterbriefe. Zurzeit sind 50 Steine bereits vergeben und 32 noch zu haben. Auf der Internetseite des Gesellschaft (www.busmannkapelle.de) kann man die Steine und ihre Position betrachten und sich über die Vergabebedingungen informieren. Die Stiftersummen werden für den Einbau verwendet, der sich weit teurer gestaltete als geplant. Weitere Stiftungen zugunsten des Baugeschehens gelten den drei noch nicht adoptierten Stelen an den Orten der Stützpfeiler der früheren Kirche, den Fragmenten von 12 Epitaphen aus Gräbern der Sophienkirche, den 50 Stufen der Wendeltreppe und den 168 Scheiben der gläsernen Umhausung.

26.04.2012 14:30 Alter: 6 Jahre