PRESSEMELDUNG DER BÜRGERSTIFTUNG DRESDEN

Zweiter Bauabschnitt für die Busmannkapelle

Heute ist mit der Errichtung der Raumschale der Gedenkstätte Busmannkapelle aus vorgefertigten Sichtbeton-Bauteilen begonnen worden. Damit werden zum Kirchentag die 6,2 Meter breite Westwand der Kapelle und etwa vier Meter der Südwand bis zu einer Höhe von 5,1 Meter errichtet sein, und die ersten originalen Teile der Fenster befestigt werden. Später werden dann die vor dem Abbruch der Kirche geborgenen weiteren Werksteine der beiden Südfenster eingefügt.

Die Gedenkstätte Sophienkirche/Busmannkapelle kann für diesen Bauabschnitt mit etwa 480.000 Euro der ca. 533.000 Euro Baukosten aus Haushaltsmitteln aus dem Zufluss von Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR rechnen. Dafür hatten sich die sechs Dresdner CDU-Landtagsabgeordneten beim Freistaat Sachsen eingesetzt. 

„Wir freuen uns über die Entscheidung des Freistaates. Die Gedenkstätte für die zerstörte Sophienkirche soll ein Ort der Erinnerung an die Opfer und den Missbrauch von staatlicher Gewalt zweier deutscher Diktaturen sein“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Lars Rohwer. „Den Bau mit finanziellen Mitteln aus diesem Topf zu unterstützen, ist von seiner Symbolik eine schöne und wichtige Geste und unterstützt den Anspruch der Busmannkapelle als authentischen und würdevollen Gedenk- und Erinnerungsort.“, sagte die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Aline Fiedler. 

Das Vorhaben wurde möglich, nachdem am 29. April 2011 der Stadtrat dem Erbbaurechtsvertrag zwischen der Landeshauptstadt und der Bürgerstiftung Dresden über Errichtung und Betreibung der Gedenkstätte zugestimmt, die Landeskirche den Eigenanteil von 10 Prozent abgesichert und der Freistaat einem „vorzeitigen förderungsunschädlichen Maßnahmebeginn“ zugestimmt haben.

Im Februar 1962 beschloss die Dresdner Stadtverordnetenversammlung auf Druck der SED-Führung trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung den Abbruch der Sophienkirche im Herzen der Altstadt. Bis dahin hatten sich Denkmalpfleger und Bürger für den Wiederaufbau des in der Bombennacht am 13. Februar 1945 schwer beschädigten Gebäudes eingesetzt. Mit dem Abbruch verschwanden im Mai 1963 die Überreste des einzigen mittelalterlichen Kirchenbaues Dresdens für immer aus dem Stadtbild.  

Am 20. Januar 2010 erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau der Busmannkapelle nahe des Dresdner Postplatzes. Nach dem Siegerentwurf des Wettbewerbes von 1995 der Architekten BDA Gustavs und Lungwitz wurden bisher die fünf etwa zwölf Meter hohen Stelen anstelle der südlichen Strebepfeiler der Sophienkirche und das ca. 12x22 Meter messende Sockelbauwerk einschließlich Ver- und Entsorgungsleitungen errichtet. Mit der Anfang April 2011 erfolgten endgültigen Fertigstellung der umgebenden Pflasterung wurde der 1. Bauabschnitt abgeschlossen. Die berühmten Konsolbüsten, darunter Bürgermeister Busmann und seine Frau, aus der Zeit um 1400, gegenwärtig im Stadtmuseum, können erst eingefügt werden, wenn die geplante gläserne Hülle steht.  

613.000 Euro wurden bislang verbaut, finanziert durch die Landeshauptstadt Dresden, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und durch Spenden seitens der Fördergesellschaft, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Bürgerstiftung Dresden und der Baudenkmalstiftung Dresden. Nach den Erfahrungen beim Wiederaufbau der Frauenkirche ermutigt das erste Zeichen zum Kirchentag sicher zu weiteren Spenden. Ca. 1,5 Millionen Euro werden noch für diese Umhausung, die Restaurierung des aus der Sophienkirche geborgenen Kunstgutes und für die Herrichtung der Gedenkstätte als Ausstellungs- und Veranstaltungsort, d.h. für den 3. Bauabschnitt, benötigt. Die Gesamtkosten für den Bau werden auf 2,7 Millionen Euro geschätzt.

 

Rückfragen an: Prof. Gerhard Glaser, Tel. 03529 / 52 11 22 oder 0170 / 735 21 00.

 

24.05.2011 09:26 Alter: 8 Jahre