PRESSEMELDUNG DER BÜRGERSTIFTUNG DRESDEN

Arras Preis 2017: Preisverleihung am 24. November 2017 in Dresden, Albertinum

Dresdner Künstler Holger John (57) erhält Kunstpreis der "Hanna Johannes Arras Stiftung". - Eine lebende Kunstfigur.

"Meinen letzten Preis habe ich mit fünf Jahren bekommen, für Kinderzeichnungen, verliehen in Rostock", sagt Holger John und schmunzelt.

52 Jahre später ehrt die "Hanna Johannes Arras Stiftung" den Dresdner Künstler mit einem Förderpreis. Eine Ehrung des Freigeistes John ist längst überfällig und konsequent, denn Holger John ist seit fast drei Jahrzehnten einer der sichtbarsten Künstler in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Bekannt für sein zeichnerisches Schaffen, bespielt und bereichert John die Klaviatur des Kunstbetriebs der Stadt, als "Impressario, Unruhegeist, Schauspieler, Eventmanager, Kunstlehrer und "Akademieselbstgründer", Galerist und süffisanter, poetischer Anarchist, Grenzgänger und Häretiker" (Hubertus Giebe 2012) und ist selbst zur lebenden Kunstfigur, ein Gesamtkunstwerk geworden.

Die Verleihung findet am Freitag, den 24.11.2017, um 18 Uhr im Dresdner Albertinum statt. Im Beisein des Dresdner Oberbürgermeisters Dirk Hilbert wird der mit 5.000 Euro dotierte Preis bereits zum 18. Mal verliehen.

Die "Hanna Johannes Arras Stiftung" unterstützt mit dem Preis seit 2000 Kunst und Kultur in Dresden, der Herkunftsstadt der Familie. In den zwanziger Jahren baute Johannes Arras das motorisierte Verkehrswesen in Sachsen aus. Die Kriegswirren verschlug die Familie nach Stuttgart, doch die Verbundenheit zu Dresden blieb und die Einrichtung der Stiftung mit ihrem Förderpreis eine Hommage an die Stadt.

Es schien eine Frage der Zeit gewesen zu sein, dass die Wahl auf Holger John fiel. Denn John prägt seit seinem Studium der Malerei und Grafik (1988 – 1993) an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, das kulturelle Leben der Stadt mit und brachte die Kunstwelt nach Dresden.

Als Sohn des Malers, Grafikers und Autors Joachim John, wurde Holger John 1960 geboren und wuchs auf der Insel Usedom auf. Früh erhielt er Zeichenunterricht von Otto Niemeyer-Holstein, arbeitete später am Theater in Greifswald, bevor er 1977 in fünfjähriger Ausbildung das Töpferhandwerk in den Keramischen Werkstätten Marwitz bei Hedwig Bollhagen erlernt. Von 1982 bis 1985 studierte er in Berlin-Schöneweide, Diplom Gebrauchsgrafik mit Praktika an der Volksbühne Berlin oder als Grafiker am Theater der Stadt Schwedt. Ab 1988 studierte er in Dresden bei Siegfried Klotz, Elke Hopfe, Gerhard Kettner und legte sein Diplom bei Ralf Kerbach ab. Seine Fußstapfen hinterließ John auch in seiner Zeit als künstlerischer Assistent des Rektors der Kunstakademie Dresden (1993 – 1996) und von 2007 bis 2009 als Dozent, sowie in der Zeit von 1995 bis 2002 ebenfalls als Assistent von Jörg Immendorff.

Seit 2013 stellt John in seiner eigenen Galerie Holger John aus. Das Programm: Vielfältig und abwechslungsreich wie das Künstlerleben von Holger John. Wenn er nicht eigene Arbeiten und Zeichnungen zeigt, welche den Dresdnern auch in Johns Lieblings- Cafés und Kneipen der Stadt begegnen, widmet er seinen Ausstellungsraum auch schon mal Till Lindemann & Rammstein, sogenannter "Entarteter Kunst" oder Kinderzeichnungen von Flüchtlingen.

Der Arras Preis, der Dresdner Künstlern gewidmet ist, verliehen an Holger John, strahlt über Dresden hinaus. Denn gerade die Kunst lebt von Vielfalt, Toleranz, Offenheit und der Völkerverständigung, etwas was Dresden gerade jetzt gut zu Gesicht steht und Holger John verkörpert.

Über den Preis

Der Kunstpreis der "Hanna Johannes Arras Stiftung" wird auf den Gebieten der Musik, Literatur, der Bildenden, Gestaltenden oder Angewandten Künste verliehen und dient der Förderung von Künstlern und Projekten der Kunst im Raum Dresden. Er versteht sich als Stipendium und möchte Künstler in ihrer kreativen Arbeit unterstützen.

Ausgezeichnet wurden mit dem Preis in den vergangenen Jahren u. a. die Schriftsteller Marcel Beyer und Peter Richter, der Verlag Voland & Quist, der Dirigent Lennart Dohms die Fotografin Karen Weinert und die Tänzerin und Choreographin Cindy Hammer.

Gewidmet ist die Stiftung Hanna und Johannes Arras. Mit der Verleihung des Preises möchte die Familie ihre bis heute wirkende Verbundenheit mit der Stadt Dresden zum Ausdruck bringen.

Nähere Informationen zur Stiftung

 

 

23.11.2017 14:00 Alter: 1 Jahre